Freiwilligenarbeit ausserhalb von Vereinen und Organisationen
Wer leistet informelle Freiwilligenarbeit?
Mehr als ein Viertel aller Menschen in der Schweiz leisten informell Freiwilligenarbeit. Erstaunlicherweise ist die Zeit, über die Menschen verfügen, keine zentrale Voraussetzung für eine freiwillige Tätigkeit: Rentner/innen, Teilzeiterwerbstätige und Erwerbslose engagieren sich im Vergleich zu Personen mit weniger Zeit eher unterdurchschnittlich.
Frauen sind häufiger als Männer informell tätig, während sich Männer mehr in der formellen Freiwilligenarbeit engagieren. Generell finden wir auf dem Land mehr informell Freiwillige als in der Stadt. In der Deutschschweiz engagieren sich Menschen häufiger für andere als in der Romandie und im Tessin.
Kaum Unterschiede bestehen zwischen den Altersgruppen: Gemäss dem „Freiwilligen-Monitor“ weist die informelle Freiwilligenarbeit bis zur Altersgruppe der über 80-Jährigen einen fast konstant hohen Wert auf. Hingegen beeinflusst das Bildungsniveau das freiwillige Engagement: Personen mit geringerer Bildung leisten weniger häufig informelle Freiwilligenarbeit als Personen mit mittlerer und höherer Bildung.
Welche Arbeiten übernehmen informell Freiwillige?
Am häufigsten erbringen informell Freiwillige persönliche Dienst- und Pflegeleistungen und betreuen Kinder. Sie organisieren aber auch Treffen und Veranstaltungen, erledigen Arbeiten, welche die Lebensqualität im eigenen Umfeld verbessern, pflegen den Austausch mit Bekannten, Freunden und Nachbarn, beraten andere und führen Hilfsprojekte durch.
Frauen betreuen am häufigsten verwandte und bekannte Kinder. Männer übernehmen eher Dienste für Bekannte oder Nachbarn wie Hausarbeiten, Transporte oder Gartenarbeiten.
Weshalb engagieren sich Menschen unentgeltlich für andere?
Menschen leisten informelle Freiwilligenarbeit, weil sie anderen Menschen helfen möchten und Spass an der Tätigkeit haben. Das sind die beiden wichtigsten Beweggründe für freiwilliges Engagement. Sie möchten aber auch mit anderen Menschen zusammen kommen, etwas gemeinsam bewegen, eigene Kenntnisse und Erfahrungen erweitern sowie das Netzwerk pflegen. Freiwillige schätzen es, dass sie Verantwortung übernehmen können und Entscheidungsmöglichkeiten haben. Etwas weniger wichtig sind Motive wie der Glaube, die Anerkennung, das bessere Ansehen und die Erwartungen des Umfelds.
Weiterführende Literatur
Stadelmann-Steffen, Isabelle et al: Freiwilligen-Monitor Schweiz 2010, Seismo Verlag, Zürich 2010
Der Freiwilligen-Monitor ist eine Initiative der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG). Die SGG bildet zusammen mit dem Migros-Kulturprozent und dem Bundesamt für Statistik die Trägerschaft des Freiwilligen-Monitors.
Bundesamt für Statistik: Unbezahlte Arbeit






